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Ratgeber

Erste Hilfe im Betrieb: DGUV-Pflichten, Kosten und Rechtslage 2025

Die Erste Hilfe im Betrieb ist nach DGUV Vorschrift 1 gesetzlich verpflichtend. Erfahren Sie alles über rechtliche Anforderungen, Kosten, Vergütungsregelungen und korrekte Umsetzung der Vorschriften für betriebliche Ersthelfer.

Youssef Eid
Youssef Eid
5 Min. Lesezeit
Erste Hilfe im Betrieb
Inhaltsverzeichnis

Die Erste Hilfe im Betrieb ist nach DGUV Vorschrift 1 gesetzlich verpflichtend für alle Arbeitgeber in Deutschland. Erfahren Sie in diesem umfassenden Ratgeber alles über die rechtlichen Anforderungen, Kosten für Erste-Hilfe-Kurse, Vergütungsregelungen für betriebliche Ersthelfer und wie Sie die Vorschriften korrekt umsetzen.

Was verlangt die DGUV konkret für Erste Hilfe im Betrieb?

Rechtliche Grundlagen der betrieblichen Ersten Hilfe

Die DGUV Vorschrift 1 (früher BGV A1) regelt eindeutig die Pflichten des Arbeitgebers zur Organisation der Ersten Hilfe im Betrieb. Nach § 26 DGUV Vorschrift 1 muss jeder Arbeitgeber für eine wirksame Erste Hilfe sorgen.

Konkrete Anforderungen:

  • Ausreichende Anzahl ausgebildeter Ersthelfer
  • Erste-Hilfe-Material und Verbandskästen
  • Dokumentation aller Erste-Hilfe-Leistungen
  • Regelmäßige Auffrischungsschulungen
  • Meldung von Arbeitsunfällen an die Berufsgenossenschaft

Anzahl der erforderlichen Ersthelfer

Die DGUV Information 204-022 legt fest, wie viele Ersthelfer im Betrieb ausgebildet sein müssen:

Verwaltungs- und Handelsbetriebe:

  • 2-20 Beschäftigte: 1 Ersthelfer
  • 21-300 Beschäftigte: 5% der Anwesenden
  • Über 300 Beschäftigte: 2% der Anwesenden

Produktions- und gewerbliche Betriebe:

  • 2-20 Beschäftigte: 1 Ersthelfer
  • Über 20 Beschäftigte: 10% der Anwesenden

Diese Regelung berücksichtigt das erhöhte Unfallrisiko in Produktionsbetrieben und stellt sicher, dass immer ausreichend qualifizierte Ersthelfer vor Ort sind.

Erste-Hilfe-Kurs Arbeitszeit: Gesetz und Vergütung

Arbeitszeit bei Erste-Hilfe-Kursen

Ein häufiger Streitpunkt ist die Frage: Zählt der Erste-Hilfe-Kurs zur Arbeitszeit? Das Gesetz ist hier eindeutig:

Grundsatz: Erste-Hilfe-Ausbildung findet während der Arbeitszeit statt und wird voll vergütet.

Rechtliche Grundlage:

  • § 7 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • § 26 DGUV Vorschrift 1
  • Arbeitsgerichtliche Rechtsprechung (BAG Urteil)

Ersthelfer im Betrieb: Vergütung und Freistellung

Vergütungsanspruch für Ersthelfer:

  • Kursgebühren: Kostenlos – werden direkt über die Berufsgenossenschaft abgerechnet
  • Fahrtkosten: Erstattung der Anfahrtskosten durch den Arbeitgeber
  • Entgeltfortzahlung: Während der gesamten Ausbildungszeit
  • Auffrischungskosten: Ebenfalls von der BG übernommen (alle 2 Jahre)

Freistellungspflicht des Arbeitgebers:

  • Erste-Hilfe-Grundkurs: 9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
  • Auffrischungskurs: 9 Unterrichtseinheiten alle 2 Jahre
  • Keine Anrechnung auf Urlaub oder Überstunden

Erste Hilfe im Betrieb: Kostenlos für Unternehmen dank Berufsgenossenschaft

Warum der Erste-Hilfe-Kurs für Unternehmen kostenlos ist

Was viele Arbeitgeber nicht wissen: Der betriebliche Erste-Hilfe-Kurs ist für Unternehmen kostenlos. Die Berufsgenossenschaft (BG) übernimmt die kompletten Lehrgangsgebühren.

Das funktioniert so: Der Schulungsanbieter rechnet die Kurskosten direkt mit der zuständigen Berufsgenossenschaft ab. Unternehmen zahlen keinen Cent für die eigentliche Ausbildung. Das gilt sowohl für den Grundkurs als auch für die Auffrischung alle zwei Jahre.

Was die Berufsgenossenschaft übernimmt:

  • Komplette Lehrgangsgebühren für den Erste-Hilfe-Grundkurs (9 UE)
  • Komplette Lehrgangsgebühren für die Auffrischung (9 UE)
  • Gilt für alle Ersthelfer, die der Betrieb nach DGUV Vorschrift 1 ausbilden muss

Voraussetzung: Der Schulungsanbieter muss eine DGUV-Ermächtigung besitzen und von der zuständigen BG anerkannt sein. Nur dann ist die direkte Abrechnung mit der Berufsgenossenschaft möglich.

Was Unternehmen trotzdem einplanen sollten

Obwohl die Kursgebühren von der BG getragen werden, entstehen für den Arbeitgeber indirekte Kosten:

  • Entgeltfortzahlung: Mitarbeitende werden für die Schulungszeit freigestellt und erhalten ihr reguläres Gehalt
  • Fahrtkosten: Anfahrt zum Schulungsort, falls kein Inhouse-Kurs stattfindet
  • Produktionsausfall: Die Arbeitszeit der Teilnehmenden während des Kurses

Trotzdem ist das Gesamtpaket für Unternehmen extrem günstig. Die eigentliche Schulung kostet nichts, und der zeitliche Aufwand liegt bei nur einem Arbeitstag pro Ersthelfer alle zwei Jahre.

Betrieblicher Ersthelfer Kurs in der Nähe finden

Auswahlkriterien für Erste-Hilfe-Anbieter:

  • DGUV-Ermächtigung: Zwingend erforderlich für BG-Abrechnung
  • BG-Anerkennung: Muss vorliegen, damit der Kurs kostenlos bleibt
  • Qualifizierte Ausbilder: Mit gültiger Lehrberechtigung
  • Praxisnahe Ausbildung: Betriebsspezifische Inhalte
  • Flexible Termine: Auch Inhouse-Schulungen direkt im Betrieb

DGUV Erste Hilfe im Betrieb: Vorschriften im Detail

DGUV Information 204-022 - Der Leitfaden

Die DGUV Information 204-022 “Erste Hilfe im Betrieb” ist das zentrale Regelwerk und enthält:

Organisatorische Maßnahmen:

  • Bestellung von Ersthelfern durch den Arbeitgeber
  • Ersthelfer-Auswahl nach Eignung und Zuverlässigkeit
  • Dokumentation der Ausbildung und Auffrischungen
  • Integration in den Notfallplan des Betriebs

Erste Hilfe Vorschriften: Betriebsspezifische Anforderungen

Besondere Regelungen für verschiedene Branchen:

Bauwirtschaft:

  • Erhöhte Ersthelferanzahl (1 pro 10 Beschäftige)
  • Spezielle Ausrüstung für Baustellenunfälle
  • Mobile Erste-Hilfe-Koffer für wechselnde Einsatzorte

Chemische Industrie:

Bürobetriebe:

  • Grundausstattung meist ausreichend
  • Fokus auf typische Büroverletzungen
  • Integration mit Brandschutz

Erste-Hilfe-Kurs Pflicht für Arbeitnehmer?

Teilnahmepflicht und Arbeitnehmerrechte

Grundsatz: Arbeitnehmer haben keine generelle Pflicht, sich zum Ersthelfer ausbilden zu lassen. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig.

Häufig gestellte Fragen zur Ersten Hilfe im Betrieb

Ist ein Erste-Hilfe-Kurs für alle Arbeitnehmer Pflicht?

Nein, die Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs ist grundsätzlich freiwillig. Arbeitgeber müssen nur eine ausreichende Anzahl von Ersthelfern ausbilden lassen, aber nicht alle Beschäftigten.

Wie viele Ersthelfer braucht mein Betrieb?

Die Anzahl richtet sich nach der Betriebsgröße und -art. In Büros: ab 20 Mitarbeitern 5% der Anwesenden, in Produktionsbetrieben 10% der Anwesenden als Ersthelfer.

Wer zahlt die Kosten für Erste-Hilfe-Kurse?

Die Lehrgangsgebühren für betriebliche Erste-Hilfe-Kurse übernimmt die zuständige Berufsgenossenschaft. Der Kurs ist für Unternehmen also kostenlos. Der Arbeitgeber trägt lediglich die Entgeltfortzahlung während der Schulungszeit und eventuelle Fahrtkosten.

Wie oft muss ein Ersthelfer seinen Kurs auffrischen?

Alle 2 Jahre ist eine Auffrischungsschulung (9 Unterrichtseinheiten) erforderlich. Bei Überschreitung erlischt die Qualifikation als betrieblicher Ersthelfer.

Was passiert bei einem Erste-Hilfe-Einsatz rechtlich?

Ersthelfer sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Fehler bei der Ersten Hilfe führen nicht zu persönlicher Haftung, wenn im Rahmen der Ausbildung gehandelt wurde.

Ist der Erste-Hilfe-Kurs wirklich kostenlos für Unternehmen?

Ja. Die Berufsgenossenschaft übernimmt die kompletten Lehrgangsgebühren für betriebliche Erste-Hilfe-Kurse. Voraussetzung ist, dass der Anbieter eine DGUV-Ermächtigung besitzt. Der Arbeitgeber zahlt nur die Entgeltfortzahlung während der Schulung und eventuelle Fahrtkosten.

Was kosten Verstöße gegen Erste-Hilfe-Pflichten?

Verstöße können mit Bußgeldern bis 25.000€ geahndet werden. Bei Arbeitsunfällen ohne ordnungsgemäße Erste-Hilfe-Organisation drohen auch strafrechtliche Konsequenzen.

Fazit: Erste Hilfe im Betrieb professionell organisieren

Die betriebliche Erste Hilfe ist mehr als eine lästige Pflicht – sie ist ein wichtiger Baustein für Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen. Eine professionell organisierte Erste Hilfe reduziert nicht nur rechtliche Risiken, sondern kann im Ernstfall Leben retten und Folgeschäden minimieren.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  1. Bedarfsgerechte Ersthelfer-Anzahl nach DGUV-Vorgaben
  2. Regelmäßige Schulungen und Auffrischungen alle 2 Jahre
  3. Vollständige und gepflegte Erste-Hilfe-Ausstattung
  4. Klare Notfallpläne und Verantwortlichkeiten
  5. Integration in das betriebliche Arbeitsschutzmanagement

Als erfahrener Partner für betrieblichen Arbeitsschutz unterstützt All-In Dienstleistungen Sie bei der kompletten Organisation Ihrer betrieblichen Ersten Hilfe. Von der bedarfsgerechten Ersthelfer-Ausbildung bis zur rechtssicheren Dokumentation – wir sorgen dafür, dass Ihr Betrieb alle DGUV-Anforderungen erfüllt.

Vereinbaren Sie noch heute einen Beratungstermin und lassen Sie sich ein individuelles Angebot für Ihre betriebliche Erste-Hilfe-Organisation erstellen. Mit unserer langjährigen Erfahrung und dem deutschlandweiten Netzwerk qualifizierter Ausbilder sind Sie auf der sicheren Seite.

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Youssef Eid

Ueber den Autor

Youssef Eid

Youssef Eid ist Gründer und Geschäftsführer von All In Dienstleistungen und bringt jahrelange Erfahrung im Bereich Arbeitsschutz und Schulungen mit. Mit einem starken Fokus auf Sicherheit und Effizienz hat er es sich zur Mission gemacht, Unternehmen durch gezielte Schulungsangebote dabei zu unterstützen, sichere Arbeitsumgebungen zu schaffen und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Youssef Eid setzt auf praxisorientierte, innovative Lernlösungen, die den Unternehmen helfen, ihre Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig die Produktivität zu steigern.

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